Die traditionelle mongolische Küche ist eine der wenigen weltweit, die über Jahrhunderte hinweg nicht verändert wurde. Sie ist nicht so bekannt wie die chinesische, italienische oder französische, aber dennoch sehr schmackhaft und interessant. Die Zutaten für die Gerichte sind aufgrund klimatischer Bedingungen beschränkt. Die Natur bietet weniger frisches Gemüse und Obst. Die Viehzucht spielt eine große Rolle. Die Hauptzutaten bestehen deshalb aus Milch und Fleisch.

Die Speisen enthalten einen sehr hohen Anteil tierischer Fette. Das ist insofern notwendig, um die extremen Temperaturen, im Winter sind Minus 40 Grad Celsius keine Seltenheit, zu überstehen. Die körperlich schwere Arbeit im Freien fordert eine spezielle Ernährung. Die Mongolen, die in den ländlichen Gebieten leben, sind grundsätzlich Selbstversorger. Überall auf dem Land finden Touristen Jurten, welche mit der Aufschrift “Guanz” darauf hinweisen, dass es sich um Verpflegungsstationen handelt. Die Zubereitung der Gerichte in diesen Jurten erfolgt üblicherweise durch Kochen der Zutaten auf einem kleinen, ganz einfachen Ofen. Befeuert wird diese Kochstelle mit getrocknetem Tierdung.

Gemüse wächst aufgrund der klimatischen und der geografischen Bedingungen in der Mongolei nur spärlich. Gemüsesorten wie Zwiebeln, Karotten, Knoblauch und verschiedene Kohlarten bereichern den Speiseplan. Reis und Getreide finden ebenfalls in der mongolischen Küche Verwendung. Gewürze dagegen so gut wie überhaupt nicht. Es wird mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Gedämpfte Teigtaschen mit Fleischfüllung, in der Landessprache “Buuz” genannt, sind beliebte Kraftspender. Es gibt Teigtaschen, die durch Frittieren in Schaffett zubereitet werden. Gebratene Nudeln zu denen als Beilagen Karotten und Kohl gereicht werden, auch getrockneter Quark. Eine Besonderheit der mongolischen Küche ist die Zubereitung von Speisen auf glühend heißen Steinen. Auf diesen Steinen wird üblicherweise das Fleisch von Ziegen und Murmeltieren zubereitet. Als Getränk wird dazu vergorene Stutenmilch gereicht.

In Deutschland ist diese ungewöhnliche Küche nicht mehr unbekannt. Es gibt ein mongolisches Restaurant in München, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und in einigen Städten im Ruhrgebiet. Man hat sich dem europäischen Geschmack etwas angepasst. Die Wurzeln aber liegen in weit entfernt.

{9. Dezember 2011} {Tags: , }